
Impulse für Übergänge, Verbindung und weibliches Wachstum
Manchmal reicht ein Gedanke, ein Satz oder ein Impuls, der etwas in dir öffnet.
Hier findest du Texte, Podcastfolgen und kleine Weglichter für Frauen, Mütter und Töchter für Übergänge, für Verbindung und für das, was dich gerade bewegt.
Zum Lesen, Hören, Mitnehmen und berühren lassen.

🎧 Podcast: Verbunden wachsen
In meinem Podcast spreche ich über weibliche Übergänge, Mutter-Tochter-Themen, Heilung, Zykluswissen und das, was zwischen den Generationen wirkt.
Du findest hier immer die neueste Folge. Hier findest du den kompletten Podcasts:

Aus meinem
Herzen
für dich
Texte, Gedanken und Impulse für Frauen, Mütter und Töchter. Kleine wie größere Worte, die verbinden, erinnern und Raum für dich öffnen.
Zwischen Abschied und Neubeginn
Heute ist der 14. Februar 2026. Valentinstag, Karnevalssamstag, die Neumondenergie baut sich bereits auf und ich sitze hier mit einem dauermiauenden Kätzchen im Ohr, was mein Nervensystem stark reizt und Traurigkeit im Herzen. Traurig, weil der einzige Karnevalsmoment, den ich erleben wollte, nicht stattfindet und zwar einfach weil meine Körperin noch im Heilungsprozess ist und das Wetter sich für Schnee und Kälte entschieden hat. Gleichzeitig ist das aber auch das Gefühl von Traurigkeit als Abschied von einem alten Leben. Die Vision des neuen Lebens ist so stark in meinem Herzen und doch ist sie NOCH nicht da. Traurigkeit, die vielleicht auch gar nicht nur meine ist, sondern kollektiv besteht, da sich gerade so viel lange Verdecktes zeigt. Traurigkeit, weil da so viel mehr ist, das erlebt werden möchte und gerade ausgebremst wird. Und Traurigkeit, weil ich nichts mehr mit den Karnevalsliedern anfangen kann, die mein Leben so geprägt haben.
Warum ist das so?
Natürlich ist es auch eine Nebenerscheinung des Weges, den ich seit 2020 gehe und der mich von der bekannten Person weg zu meinem wirklichen Sein bringt. Dabei bleiben Menschen, Situationen und Lieder auf der Strecke. Sie haben sich erfüllt und es war und ist Zeit dem Neuen Platz zu machen. Vor kurzem habe ich diesen Satz gelesen „Ich bin für dich da, weil ich für mich da bin!“ und ich gehe damit so sehr in Resonanz. Ich habe in den letzten Jahren gelernt für mich da zu sein, mich zu halten und alle Gefühle und Gedanken sein zu lassen und sie erstmal nur zu beobachten. Wenn Tränen kommen mögen, dann dürfen sie kommen. Wenn Wut da ist, darf sie da sein. Und genauso auch die pure Freude und Begeisterung, die aus meinen Augen sprüht.
Ob ich schon da bin? Nein!
Ob ich einen Schritt des Weges bereue? Nein!
Denn ohne diese Schritte wäre ich heute nicht da, wo ich bin und wäre nicht so offen für alles, was kommen mag. Danke Leben für diese große Chance.


Meine innere wilde Frau (18.02.2026)
Meine innere wilde Frau ist wild, frei und wunderbar.
Sie erinnert mich an die großen Heldinnen meiner Kindheit: Ronja Räubertochter und Pippi Langstrumpf. Mädchen, die sich nichts haben nehmen lassen. Die laut waren. Mutig. Unangepasst. Und dabei so voller Leben.
Als Kind bin ich wie Ronja durch die Wälder gestreift und das manchmal allein und manchmal mit den Nachbarjungs. Draußen sein, Abenteuer erleben, Grenzen austesten, die Welt spüren.
Der schönste Moment meiner Kindheit ist ein Bild, das tief in meinem Herzen gespeichert ist:
Ein riesiger Drecksberg vom Kelleraushub. Regen. Matsch. Und wir, die wir immer wieder hinuntergerutscht sind.
Heute frage ich mich manchmal, ob meine Mama das wirklich zugelassen hat – bis wir völlig verdreckt waren. Aber allein die Vorstellung davon… dieses Rutschen im nassen Matsch, dieses wilde Lachen, diese Begeisterung, die den ganzen Körper erfüllt…
Jaaaa Mann. Genau das.
Seit zwei Jahren gehe ich mit dem Wissen um den Archetypen der
Wilden Frau. Und ich erkenne so viel von mir in ihr wieder.
Die Wilde Frau ist die, die ihre Grenzen kennt.
Die wild und laut und authentisch ist.
Die nicht hört, dass sie „zu viel“ ist.
Die genau weiß, dass sie sie selbst sein darf und genauso geliebt wird.
Ich wünsche mir, dass alle Mädchen wild sein dürfen.
Dass sie nicht gezähmt werden müssen.
Dass sie sich nicht kleiner machen müssen.
Heute erlaube ich mir – hier und für alle Zeit – meine wilde Frau zu leben. Sie ist die Archetypin meines inneren Sommers im Zyklus und sie ist immer bei mir. Auch wenn sie sich manchmal sanfter zeigt oder weiser.
Ahó.
Freies Bluten – ein neuer Blick auf einen uralten Prozess (08.03.2026)
Im Zuge der Entwicklung meines Programms Miteinander wachsen habe ich mich intensiver mit Periodenprodukten beschäftigt. Dabei ging es zunächst ganz praktisch darum, Mädchen und Müttern eine Übersicht über die verschiedenen Möglichkeiten zu geben: Tampons, Binden, Menstruationstassen, Periodenunterwäsche und vieles mehr.
Als Doula gehört es für mich dazu, möglichst umfassend und neutral zu informieren. Frauen sollen die Möglichkeit haben, selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen. Deshalb habe ich auch eine Form des Umgangs mit der Menstruation in meine Übersicht aufgenommen, die viele Menschen zunächst überrascht:
das freie Bluten.
Dabei wird bewusst auf klassische Periodenprodukte verzichtet und der natürliche Blutfluss wahrgenommen.
Während ich das Wissensblatt für mein Programm ausgearbeitet habe, bin ich auf einen Hinweis gestoßen: Für sehr junge Mädchen direkt nach der ersten Menstruation kann freies Bluten möglicherweise noch zu früh sein. Ich habe diese Einschätzung in meinen Text übernommen und gleichzeitig hat sie in mir einen Gedankengang ausgelöst.
Wenn wir natürliche Prozesse wieder neu entdecken
In vielen Bereichen unseres Lebens beobachten wir gerade eine Rückbesinnung auf natürlichere Wege. Bei Babys zum Beispiel entdecken immer mehr Eltern wieder das sogenannte windelfrei oder das bewusste Abhalten. Lange Zeit galt es als selbstverständlich, dass Kinder dauerhaft Windeln tragen. Heute wird zunehmend erforscht, wie früh Babys eigentlich Signale für Ausscheidung geben können und dass diese Fähigkeit durch dauerhafte Windeln teilweise verlernt wird. Natürlich bedeutet das nicht, dass Windeln grundsätzlich falsch sind, aber es eröffnet eine neue Perspektive.
Und genau an diesem Punkt entstand bei mir eine Frage:
Wenn wir beginnen, Übergänge im Leben wieder bewusster und natürlicher zu
begleiten – Geburt, Stillzeit, frühe Kindheit – warum sprechen wir dann so selten
über einen natürlichen Umgang mit der Menstruation?

Die Prägung vieler Frauen
Viele Frauen meiner Generation sind mit einem ganz bestimmten Bild von Menstruation aufgewachsen.
Periodenprodukte wurden erklärt, aber oft eher leise.
Manchmal hinter vorgehaltener Hand.
Begleitet von einer spürbaren Scham.
Menstruationsblut selbst war selten ein Thema. Und wenn doch, dann meist in einem Kontext, der eher von Ekel oder Verbergen geprägt war.
Diese kulturelle Prägung sitzt tief. Und sie beeinflusst, wie wir unseren eigenen Körper wahrnehmen.
Neue Perspektiven
In den letzten Jahren habe ich immer mehr Frauen kennengelernt, die ihren Zyklus sehr bewusst leben. Manche sammeln ihr Menstruationsblut und geben es der Erde zurück, andere nutzen Stoffbinden oder Menstruationstassen und wieder andere beschäftigen sich mit freiem Bluten.
Auch wenn nicht jede dieser Formen für jede Frau passend ist, haben sie eines gemeinsam: Sie laden dazu ein, die eigene Beziehung zum Körper neu zu betrachten.
Meine persönliche Annäherung
Für mich persönlich war freies Bluten zunächst eine sehr ungewohnte Vorstellung. Ich selbst nutze weiterhin Periodenprodukte. Gleichzeitig hat sich meine Haltung verändert. Heute greife ich zum Beispiel häufiger zu Stoffbinden, anstatt Tampons zu verwenden.
Und etwas hat sich besonders gewandelt: mein Blick auf das Menstruationsblut selbst. Früher hätte mich das Auswaschen einer Stoffbinde wahrscheinlich eher abgestoßen. Heute empfinde ich dabei eher eine Art Faszination. Das Blut zu sehen, wahrzunehmen, wie es mit dem Wasser abfließt, erinnert mich daran, dass hier ein natürlicher Prozess stattfindet.
Dass mein Körper arbeitet.
Dass Reinigung geschieht.
Dass Zyklus Leben bedeutet.
Der Ekel, den ich früher vielleicht gespürt hätte, war im Rückblick wahrscheinlich weniger ein natürlicher Reflex, sondern eher Ausdruck einer gesellschaftlich erlernten Scham.
Was bedeutet das für Mädchen?
Gerade wenn Mädchen ihre erste Blutung erleben, beginnt eine neue Beziehung zum eigenen Körper. Für mich stellt sich deshalb weniger die Frage, welche Methode „richtig“ ist.
Viel wichtiger erscheint mir etwas anderes:
Dass Mädchen wissen dürfen, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt.
Tampons.
Binden.
Menstruationstassen.
Periodenunterwäsche.
Und vielleicht auch irgendwann ein bewussterer Umgang mit dem eigenen Blutfluss.
Wenn junge Frauen früh erfahren, dass ihr Körper kein Problem ist, das versteckt werden muss, sondern ein natürlicher Teil ihres Lebens, kann daraus eine ganz andere Beziehung zum eigenen Zyklus entstehen.
Selbstbestimmung statt Dogmen
Es geht nicht darum, dass alle Frauen frei bluten sollten und genauso wenig darum, Periodenprodukte grundsätzlich abzulehnen.
Vielmehr geht es um Wahlfreiheit.
Darum, dass jede Frau ihren eigenen Weg finden darf.
Ohne Scham.
Ohne Ekel.
Ohne Verurteilung.
Wenn Frauen ihre Körper besser verstehen und sich mit ihren natürlichen Rhythmen verbinden, entsteht oft auch mehr Selbstvertrauen und Selbstbestimmung.
Vielleicht beginnt genau dort eine neue Form von Freiheit.
Eine Freiheit, die nicht von außen vorgegeben wird, sondern aus der Verbindung zum eigenen Körper entsteht.
Ahó.
„Verbindung durch Zeit und Liebe“ 10.03.2026
Ein Impuls über das innere Kind, Selbstbilder und die vielen Versionen von uns selbst
In den letzten Jahren – eigentlich schon seit 2011, aber besonders seit 2020 – habe ich mich immer intensiver mit mir selbst beschäftigt. Mit meiner eigenen Geburtsgeschichte, mit meinen Bedürfnissen, meinen Wünschen. Aber auch mit dem Gefühl von Mangel, das ich manchmal mit meiner Kindheit verbinde.
Es ist eine Reise geworden. Eine Reise zu mir selbst.
Ich erinnere mich noch sehr genau an meine allererste geführte Reise zu meinem inneren Kind. In der Meditation stand ich an einem Strand. Von dort aus lief ich in einen Dschungel hinein. Und dort saß es: ein kleines Kind. Ziemlich verdreckt, im Matsch sitzend. Irgendwie erinnerte es mich an Mogli. Eigentlich ist Matsch nichts Schlimmes. Dreck auch nicht. Und doch weiß ich noch genau, wie sehr mich dieses Bild erschreckt hat. Es fühlte sich an, als hätte ich mich selbst vernachlässigt.
Viele Jahre später machte ich erneut eine ähnliche Meditation. Diesmal begegnete mir mein inneres Kind ganz anders: ein sauberes Mädchen in einem hübschen Kleid. Ich glaube heute, die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Und gleichzeitig erzählen beide Bilder etwas über mich. Über meine Geschichte. Über meine Wahrnehmung von mir selbst.
In den letzten Tagen habe ich viele alte Fotos von mir angeschaut, weil ich Bilder für das KI-Projekt rechts gesucht habe. Und während ich durch diese vielen Lebensphasen geblättert habe, kam plötzlich ein Gedanke hoch: „Ich will wieder schlank sein.“
Ein Gedanke, den wahrscheinlich viele Menschen kennen.
Doch fast im gleichen Moment kam noch etwas anderes:
Ein Staunen.
Wow. Das bin alles ich.
Ich sah mich mit langen Haaren. Mit kurzen Haaren.
Mit schwarzen Haaren. Blond. Rot.
Mit hochgesteckten Haaren. Mit offenen Haaren.
So viele Varianten von mir. So viele Versionen.
Und trotzdem war ich es immer.
Immer ich.
Mir wurde bewusst, wie oft ich mich in diesem Leben schon neu erfunden habe. Wie viele Phasen ich durchlaufen habe. Wie viele Versionen meiner selbst es bereits gibt.
Und auch mein heutiges Ich hat seine Berechtigung. Genau so, wie es gerade ist.
Ich weiß, dass mein Körper sich verändern wird.
Vielleicht werde ich irgendwann wieder weniger Gewicht tragen.
Aber ich weiß inzwischen auch etwas anderes:
Ich bin nicht erst dann wertvoll.
Ich bin großartig in jeder Größe.
In jeder Stimmung.
In jeder Phase meines Zyklus.
In jedem Alter meines Lebens.
Und vielleicht ist genau das eine der wichtigsten Erkenntnisse auf diesem Weg zu mir selbst:
Dass ich aufhöre, gegen meine verschiedenen Versionen zu kämpfen.
Stattdessen möchte ich sie umarmen.
Alle meine vergangenen Ichs.
Das kleine Kind im Matsch.
Das Mädchen im Kleid.
Die Frau, die ich heute bin.
Und auch die, die ich noch sein werde.
Ich spüre gerade sehr deutlich, wie sehr ich Lust habe, noch mehr von meinem echten Ich zu zeigen. Mit allen Facetten. Mit allen Wandlungen.
Denn am Ende verbindet sie alle etwas:
Zeit.
Erfahrung.
Und Liebe.
Und deshalb erinnere ich mich immer wieder daran:
Ich bin genauso, wie ich sein soll.
Immer.




